V 90

Hamburg-Unterelbe


Die Lokomotivbaureihe V 90 ist eine unverwüstliche Allzweckmaschine im schweren Rangierdienst. Angelehnt an die Baureihe V 100 entwickelte der Lokomotivhersteller MaK in Kiel diesen Typ, von dem die Bundesbahn 1963 eine Vorserie von 30 Maschinen bestellte [1]. Die in verschiedenen Regionen der Republik stationierten Loks bewährten sich so, dass die DB 1966 weitere 100 Maschinen orderte. Die Serienlokomotiven waren etwas länger und schwerer, außerdem besaßen sie eine höhere Höchstgeschwindigkeit. 1966 bekam das BW Hamburg-Harburg seine erste V 90 mit V 90 049, die im Rangierdienst in den Häfen und in Wilhelmsburg Rbf zum Einsatz kam. Bis 1974 wurden 407 Lokomotiven der Baureihe V 90, die ab 1968 als 290 geführt wurde, abgeliefert.
Die Kieler Maschinenfabrik entwickelte bereits 1964 auf Basis der V 90 eine größere Variante, die ein durch Ballastgewichte variabel einstellbares Gewicht besaß. Gebaut wurden zunächst die Prototypen V 90 901 – 903, die nach verschiedenen Testeinsätzen, unter anderem bei der OHE und der schwedischen Staatsbahn, ab 1966 von der Bundesbahn angemietet wurden. Sie wies die Loks dem BW Hamburg-Harburg zu, das sie im Wilhelmsburger Rangierbahnhof einsetzte. 1972 kaufte die Bahn die Loks und reihte sie mit den Betriebsnummern 291 901-903 in ihren Bestand ein. Die Maschinen wurden daraufhin nach Delmenhorst umbeheimatet.
Der erfolgreiche Test der drei Prototypen der verbesserten V 90 veranlasste die DB, ab 1974 statt der bisherigen 290 die 291 in leicht modifizierter Ausführung bauen zu lassen. Die erste Serienlok 291 001 kam am 7. März 1974 zum BW Hamburg-Harburg, das sie in Wilhelmsburg einsetzte. Es folgten 100 weitere Maschinen, wovon alleine 50 in Harburg ein Zuhause fanden. Sie bewährten sich im Rangierdienst in den Bahnhöfen und den Seehäfen. Die schwächeren Loks der Baureihe 290 wurden daraufhin abgegeben. Ab 1995 wurden die meisten Maschinen auf Funkfernsteuerung umgebaut und anschließend in 294 beziehungsweise 295 umgezeichnet.
1980, als das BW Hamburg-Harburg aufgegeben wurde, kamen alle Maschinen zum BW Hamburg-Wilhelmsburg, später zum Bh Maschen, der seit November 2004 auch über eine eigene Diesellokinstandhaltung verfügt [2]. Mindestens eine der Maschener Maschinen rangiert täglich in Stade, manchmal, allerdings vergleichsweise selten, kommen die Loks auch bis Cuxhaven [3].

Anmerkungen
[1] Eine umfassende Monographie zu dieser Baureihe liegt noch nicht vor. Es existieren jedoch kürzere Abhandlungen in einschlägigen Publikationen. Zugrunde liegt hier: Traube, Manfred: (2002): Die V 90-Familie. In: Eisenbahn-Kurier 36, H. 352, S. 58-62.
[2] Vgl. auch: o.V. (2002): Neue Tfz-Instandhaltung im Bau. In: Eisenbahn-Kurier 36, H. 358, S. 9, o.V. (2005): Neues Instandhaltungswerk Maschen eingeweiht. In: Drehscheibe, H. 181, S. 58 sowie o.V. (2005): Neues Kombiwerk in Maschen. In: Lokrundschau, H. 181, S. 13.
[3] Eigene Beobachtungen des Verf., u.a. 2003.