Stade

Stade


Stade ist der wichtigste Bahnhof entlang der Strecke. Etwa in der Mitte zwischen Harburg und Cuxhaven gelegen, ist die alte Handelsmetropole von jeher ein Verkehrsknotenpunkt gewesen. Stade besaß schon seit dem Bau sehr umfangreiche Gleisanlagen. Das große Bahnhofsgebäude unterstreicht die Wichtigkeit dieser Station. Es war im September 1880 bereits fertiggestellt Im Otterndorfer Wochenblatt vom 5. September 1880 findet sich eine ausführliche Beschreibung des Stader Bahnhofs: “Das Empfangsgebäude ist zur Zeit bis zur Parterre-Fußbodenhöhe aufgemauert und wird, außer 2 Räumen für die Post und einen für die Gepäckan-nahme, 2 Billetschalter, 2 Wartesäle l. und 2. Klasse und, von diesen durch das Büffet getrennt, einen Wartesaal für die 3. und 4. Klasse enthalten. Hieran wird sich in der Richtung nach Horneburg ein zweistöckiger Aufbau schließen, welcher die Wohnräume des Stationsvorstehers enthalten wird. Die Länge des ganzen, im Uebrigen einstöckigen Gebäudes beträgt 45 Meter bei 8 Meter resp. 11 Meter Breite. Weiter nach Horneburg zu folgen dann noch ein Wasserstationsgebäude und ein Güterschuppen, der bereits fundamentirt ist. Der dem Architecten Herrmann hierselbst übertragene Bau ist vor etwa 3 bis 4 Wochen begonnen und muß bis nächste Weihnachten in seinen sämmtlichen Theilen ausgeführt sein.” [1]
Im August 1880 war der Bahnkörper zwischen Harburg und Stade fertiggestellt, das Teilstück wurde am 1. April 1881 dem Verkehr übergeben. Stade entwickelte sich zum Bahnknotenpunkt: Am 1.Januar 1899 wurde die Strecke von Stade über Bremervörde nach Geestemünde in Betrieb genommen. Am 13. Juni des gleichen Jahres ging die meterspurige Strecke der Kehdinger Kreisbahn von Stade über Freiburg nach Itzwörden in Betrieb [2]. Im Zweiten Weltkrieg erhielt der Gleissanschluß zum Flugplatz Stade große Bedeutung. Stade war Lokbahnhof des Bahnbetriebswerkes Hamburg-Harburg, das im Januar 1983 aufgelöst wurde. An der Westseite des Bahnhofs Richtung Cuxhaven gab es einen eingleisigen Lokschuppen, eine Drehscheibe sowie Abstellgleise für die Lokomotiven. Der Wasserturm stand dort, wo sich heute der zentrale Busbahnhof befindet.
Zum 24. September 1968 wurde der elektrische Betrieb bis Stade aufgenommen. In den 1980er Jahren wurden die mechanischen Stellwerkseinrichtungen in Stade entfernt und durch moderne Steuerungstechnik ersetzt. Heute werden in Stade Weichen und Signale vom Stellwerk “Sf” (Sp Dr S600) aus gesteuert, von hier aus wird auch der Bahnhof Horneburg mit seinem Stellwerk “Hf” fernbedient [3]. Die CityBahn Hamburg – Stade verkörperte seit Anfang 1987 das neue Farbkonzept der Deutschen Bundesbahn. Nach dem Pilotversuch auf der Strecke Köln-Gummersbach war die Strecke Neugraben-Stade die zweite Strecke in Deutschland, auf dem die Bundesbahn das bundesweit beachtete CityBahn-Konzept einführte. Bis zur Übernahme der Strecke Stade-Bremervörde-Bremerhaven durch die EVB am 25. September 1993 verkehrten auf dieser Strecke die roten Schienenbusse der Baureihe 798/998. Danach wurde der Personenverkehr eingestellt. Heute verkehren hier nur noch sporadisch Züge.
Umfangreiche Gleisanlagen führen vom Stader Bahnhof in nordöstlicher Richtung in das Industriegebiet Bützfleth. Anfang der 1980er Jahre wurden die rund 10 Kilometer langen Gleisanlagen, die betrieblich als Bahnhofsgleis befahren werden, sogar elektrifiziert. Doch außer auf einigen Probefahrten gelangten keine E-Loks im Plandienst auf die Strecke [4]. 1996 wurde die Oberleitung, die einst unter hohen Kosten und der finanziellen Beteiligung des Landkreises errichtet worden war, wieder abmontiert – ein Riesenflop. Zurück blieben lediglich mehr als 100 Betonmasten entlang der Gleise. Anschließer der Strecke sind die Saline, das Kernkraftwerk, der private Containerbahnhof Brunshausen (IBB) [5], die “Vereinigten Aluminiumwerke” (VAW) sowie die Chemiefabrik von DOW Chemical. Das inzwischen abgeschaltete Kernkraftwerk bescherte der Strecke ab und zu auch den Verkehr mit Castor-Behältern.

Anmerkungen
[1] Zit. nach Diel, Michael; Horn, Thomas (1986): Wie die Niederelberegion zum Zuge kam. In: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 65. Bremerhaven: Heimatbund der Männer vom Morgenstern, S. 134.
[2] Vgl. Schlichtmann, Hans-Otto (1997): Die Kehdinger Kreisbahn. [3. erweiterte Auflage] Stade: Verlag der Kreissparkasse Stade, S. 22.
[3] Vgl. Kötting, Holger (2005): Liste Deutscher Stellwerke – Sev-Sz. URL: http://stellwerke.de/liste/seite319.html. (Stand: 15.09.2005)
[4] Vgl. auch: o.V. (1999): Stade-Bützfleth. In: Drehscheibe, H. 134, S. 30.
[5] Vgl. auch: o.V. (2003): Erweiterung der IBB. In: Drehscheibe, H. 167, S. 53.