Im ersten Fahrplan von 1881 ist Neukloster noch nicht vertreten – statt eines Bahnhofs wurde hier zunächst nur eine „Haltestelle“ eingerichtet. Kein großer Bahnhofsbau, sondern ein kleines Gebäude ähnlich dem in Agathenburg wurde hier errichtet. Der kleine Ort entwickelte sich schnell zu einem beliebten Ausflugsziel der Hamburger und der dadurch steigende Verkehr rechtfertigte, Neukloster 1911 zu einem vollwertigen Bahnhof umzuwidmen. Die vermutlich zugleich errichtete hölzerne Wartehalle, die der ehemaligen Wingster vom Baustil her sehr ähnlich ist, dient heute einem Schützenverein. In Neukloster entstanden nach dem Bahnbau eine Reihe von Gastwirtschaften, die vor allem von den per Bahn anreisenden Ausflüglern lebten.
Bereits 1909 hatte man einen Güterbahnhof eingerichtet, an dessen Bau sich die Gemeinde finanziell beteiligte. Als modernes, schnelles Verkehrsmittel war die Bahn in der Lage, vor allem das Obst aus den Anbaugebieten des Alten Landes und Schlachtvieh auf die Märkte in Hamburg zu transportieren.
Große Bedeutung hat bis heute der Pfingstmarkt in Neukloster. Nach dem Bau der Bahnstrecke nahm das Markttreiben einen großen Aufschwung. Es wurden sogar Sonderzüge eingesetzt, die bis zu 1200 Gäste in den Ort brachten. Heute gibt es zum Pfingstmarkt zwar keine Sonderzüge mehr, doch halten an diesem Tag sämtliche Personenzüge an dem kleinen Haltepunkt.
Das Bahnhofsgebäude im preußischen Stil, von dem bis Ende der 90er Jahre der Bahnübergang bedient wurde, ist inzwischen in die Obhut eines Schützenvereins übergegangen. Den ursprünglichen Mittelbahnsteig entfernte man und baute Außenbahnsteige. An den Güterbahnhof und die Ladestraße erinnert nur noch der Straßenname „Am Güterbahnhof”.


