Das Horneburger Bahnhofsgebäude war eines der ersten, die beim Bau der Strecke fertig gestellt wurden [1]. Die Bauarbeiten waren hier bereits im August 1880 abgeschlossen, während anderenorts entlang der Bahnstrecke noch kräftig gearbeitet wurde. Drei Monate später waren die Schienen soweit verlegt, dass der erste Zug Horneburg erreichen konnte. Das große Bahnhofsgebäude entstand nach den Einheitsplänen, die beim überwiegenden Teil der Bahnbauten der Niederelbebahn Anwendung fanden. Es ist 1986 an ein Elektro-Geschäft verkauft worden und von diesem umgebaut worden [2].
Horneburg gehört zu den bedeutenderen Stationen der Bahnlinie: Vergleichsweise umfangreiche Gleisanlagen bis in die heutige Zeit künden davon. Betrieblicher Mittelpunkt des Güterverkehrs bildete lange Jahre der große Güterschuppen, der große Ähnlichkeiten mit den Schuppen in Otterndorf und Cuxhaven besitzt. Er ist seit 1988 in privater Hand.
Eine große Rolle spielte in Horneburg stets der landwirtschaftliche Ladungsverkehr. Kartoffeln, Obst und Zuckerrüben wurden in großen Mengen umgeschlagen – für letztere existierte viele Jahre eine eigene Verladeanlage. Auch Schlachtvieh wurde von hier aus auf die Reise zu den Schlachthöfen in Hamburg geschickt. Kohlen und Düngemittel wurden mit der Bahn nach Horneburg geliefert. Für den Güterverkehr war seit 1931 eine Kleinlok im Bahnhof stationiert, für sie gab es auf der Westseite des Bahnhofs eine kleinen Schuppen. Sie dürfte auch für die Bedienung der benachbarten Bahnhöfe zum Einsatz gekommen sein. Zumindest der Bahnhof Dollern unterstand betrieblich dem Bahnhof Horneburg.
Wie die meisten Stationen besaß Horneburg zwei Stellwerke: Eines an der westlichen, eines an der östlichen Bahnhofsausfahrt. Das kleine Wärterstellwerk “Hn” stammte aus dem Jahre 1904, das größere Fahrdienstleiterstellwerk “Hf” wurde 1937 gebaut [3]. Beide wurden abgerissen, als 1985/86 ein neues, von Stade aus ferngesteuertes Fahrdienstleiterstellwerk “Hf” (Sp Dr S600) entstand [4]. Es besitzt zwar einen örtlichen Bedienplatz, der aber im Regelfall nicht genutzt wird.
Heute verfügt Horneburg über drei Gleise mit Bahnsteigen – was entlang der Strecke inzwischen einmalig ist, wenn man einmal von den großen Stationen Stade, Cuxhaven und Neugraben absieht. Im Zuge der S-Bahn-Einführung wird jedoch diskutiert, ein Gleis zurückzubauen, um auf die Fußgängerbrücke verzichten zu können, die derzeit die Gleise überspannt. Seltenheitswert hatten lange Zeit auch die noch in Betrieb befindlichen Gütergleise besessen. Sie wurden für selten vorkommende Trafotransporte vorgehalten (so z. B. im Jahr 2002) [5]. Damit war seit Jahresmitte 2006 aber Schluss: An die Stelle der Gleisanlagen ist ein Auto-Parkplatz getreten.
Anmerkungen
[1] Vgl. Diel, Michael; Horn, Thomas (1986): Wie die Niederelberegion zum Zuge kam. In: Jahrbuch der Männer vom Morgenstern 65. Bremerhaven: Heimatbund der Männer vom Morgenstern, S. 134.
[2] Vgl. zum Bahnhof Horneburg auch Feindt, Herbert (2000): Verkehrswege in Postmoor (4) -Eisenbahn, B 73, und andere überörtliche Verkehrswege. URL: http://www.postmoor.de/text/verkehrswege_4.htm (Stand: 14.09.2005)
[3] Vgl. ebd.
[4] Vgl. Kötting, Holger (2005): Liste Deutscher Stellwerke – H. URL: http://stellwerke.de/liste/seite311.html. (Stand: 15.09.2005)
[5] Eigene Beobachtungen d. Verf.


