Der Haltepunkt „Tempo-Werk“ war nach dem in direkter Bahnhofsnähe liegenden Werk des Fahrzeugherstellers „Tempo” benannt, der unter anderem die bekannten kleinen Fahrzeuge „Tempo Wiking” oder „Tempo Hanseat” herstellte. Der Betrieb wurde 1935 von Wandsbek nach Harburg-Bostelbek verlagert. Der Bahnhaltepunkt ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingerichtet worden und wahrscheinlich auch extra für das Werk mit seinen vielen Beschäftigten. Auf einer Netzkarte von 1940 war die Station noch nicht verzeichnet.
Das Werk hat bis 1984 auch einen Gleisanschluss besessen, der von der Unterelbebahn abzweigte. Er begann in der Nähe der heutigen Autobahnbrücke und führte noch gut 500 Meter neben der Strecke entlang, bevor er dann über die Straße in enger Kurve auf das Werksgelände reichte.
Auch als Mercedes das ehemalige „Tempo”-Werk übernahm, behielt der Haltepunkt seinen Namen. Er war spartanisch ausgestattet, Empfangsgebäude o.ä. suchte man vergebens. Einen Fahrkartenautomaten gab es erst seit Ende der 70er Jahre. Der Haltepunkt „Tempo-Werk“ wurde 1984 mit dem Bau der Gleichstrom-S-Bahn nach Neugraben aufgehoben.
Anmerkungen
Die Angaben beruhen auf Hinweisen von Rolf Czapiewski.

