HH-Hausbruch

Hamburg-Hausbruch


Hamburg-Hausbruch – dieser Bahnhof hat sich vor allem durch ein schweres Zugunglück von 1975 in das Gedächtnis eingeprägt. Heute erinnert an die einstige Station beinahe gar nichts mehr – abgesehen von der „Hausbrucher Bahnhofstrasse“, die einst mit einem Bahnübergang die Gleise kreuzte. Zwischen 1979 und 1982 wurde er durch einen Fußgängertunnel ersetzt. Das ehemalige Schrankenwärterhaus an der Ecke Hausbrucher Bahnhofstrasse / Nehusenstraße – seit 1960 außer Betrieb – ist noch immer vorhanden und bewohnt. Der Hausbrucher Bahnhofsparkplatz musste im September 2003 einem „Lidl“-Markt weichen.
Eröffnet wurde die Station Hausbruch am 15.01.1899. Hamburg-Hausbruch mit den Harburger Bergen war seit dieser Zeit ein beliebter Ausflugsort für die Hamburger.
Der Bahnhof verschwand in Raten. 1980 schlossen der Bahnhofskiosk und der Blumenladen, die sich in einem Pavillon mitten auf dem Bahnhofsparkplatz befanden. Das Gebäude wurde entkernt und beherbergte seit 1981 die Fahrkartenautomaten. 1980 wurde der Bahnübergang für den Fahrzeugverkehr geschlossen. Im Zuge der Bauarbeiten errichtete man provisorisch noch einen neuen Fußgängerübergang mit Schranken, der sich auf der Harburger Seite vom jetzigen Fußgängertunnel befand. Er wurde nach Fertigstellung des Tunnels wieder zurückgebaut.
1982 wurde das Bahnhofsgebäude abgerissen, um Platz für die S-Bahn zu schaffen, mit deren Bau nach dem Abriss begonnen wurde. Der Trasse musste nahe der Brücke Waltershofer Strasse auch ein Wohnhaus zur Hälfte weichen, da der Platz sonst für die Bahn nicht gereicht hätte. Das Rest-Gebäude steht noch immer.
Während der Bauarbeiten wurde zeitgleich auf der gegenüberliegenden Streckenseite ein Holzbahnsteig errichtet – nebst einer neuen Buskehre an der Nehusenstraße, wo die Buslinie 140 endete. Das Ende für Hamburg-Hausbruch als Personenbahnhof kam dann mit der Inbetriebnahme der neu erbauten Gleichstrom-S-Bahnlinie S 3/S 31 im Jahre 1984.

Hamburg-Hausbruch

In der Nähe des ehemaligen Bahnhofes Hamburg-Hausbruch liegt die Einmündung von zwei Strecken der Hamburger Hafenbahn: Die „Waltershofer Bahn”, die zu den Containerterminals in Hamburg-Altenwerder und Hamburg-Waltershof, zum Airbus-Werksbahnhof in Hamburg-Finkenwerder und zum Bahnhof „Alte Süderelbe” führt, sowie die Strecke, die über die „Kattwykbrücke” zum Hafenbahnhof „Hohe Schaar” in Hamburg-Wilhelmsburg reicht. Diese Strecken bescheren dem Streckenabschnitt Hausbruch-Harburg der Niederelbebahn ein reges Verkehrsaufkommen im Güterverkehr.
Als Folge des schweren Zugunglückes 1975 sowie des zunehmenden Container-Verkehrs und des Erzzugverkehrs vom Hansaport (seit 1977) aus wurden das Hafenbahngleis von Hausbruch nach Waltershof 1977 zweigleisig ausgebaut und eine längere Einfädeltrasse nach Harburg geschaffen.
Bis Hamburg-Hausbruch reicht heute der Bereich des so genannten „Elektronischen Stellwerks” (ESTW) Hamburg-Harburg auf der Niederelbebahn. Es wurde am 11.12.2000 in Betrieb genommen. Gleichzeitig ging das Drucktastenstellwerk Hamburg-Hausbruch „Haf“ außer Betrieb, das erst 1982 gebaut worden war. In Hausbruch steht heute nur noch ein dezentraler Stellrechner. Der zuständige Fahrdienstleiter sitzt heute in der Betriebszentrale in Hannover.

Anmerkungen
Die Angaben beruhen auf Hinweisen von Rolf Czapiewski.