Hemmoor

Hemmoor/Basbeck-Osten


Der Name “Bahnhof Hemmoor” hat in den letzten Jahren eine Wandlung vollzogen: Während man bis zu Beginn der 90er Jahre darunter den Bahnhof Hemmoor-Warstade verstand, so wurde 1992 der Bahnhof Basbeck-Osten in Hemmoor umbenannt.
Für den Bau der Bahnanlagen in Basbeck-Osten bestanden 1881 in der Streckenführung einige Schwierigkeiten: die tief gelegenen Ländereien zwischen Wassermühle und Bornberg und die starke Sanddüne am jetzigen Bahnhof machten umfangreiche Erdarbeiten erforderlich. Dafür wurde aus Stade eine Lokomotive und mehrere Wagen herbeigeschafft. Ob es sich dabei um eine Feldbahn handelte, ist unklar.
Am Ziegelkamp bei Haus Nr. 179 wurde mit dem Bahnbau begonnen. Das Haus befand sich genau auf der späteren Bahnlinie. Es wurde abgebrochen und etwas entfernt davon wieder aufgebaut. Die Arbeiter hatten oft mit dem Versacken des Bahndamms zu kämpfen.
Schon am 1. April 1881 konnte die Teilstrecke Harburg – Stade in Betrieb genommen werden, die Strecke Stade – Himmelpforten folgte am 1. Juli 1881 und die Reststrecke Basbeck – Cuxhaven am 1. November 1881. An diesem Tage geschah auch die Einweihung der Gesamtstrecke.
Anfänglich waren die Dorfbewohner mit der Einrichtung des Bahnhofs an der äußersten Ecke des Dorfes nahe der Warstader Grenze recht zufrieden; doch geschah dies wohl mit Rücksicht auf das große Hinterland Lamstedt und Osten. Bald entwickelte sich ein ganz neuer Dorfteil und es entstand die schmucke Bahnhofstraße mit den schönen Häusern.
Aus der Frühzeit des Bahnhofs Basbeck-Osten ist auch noch eine Anekdote bekannt. Als im September 1890 die Insel Helgoland an Deutschland zurück gegeben wurde und die Festteilnehmer mit einem Sonderzuge von Cuxhaven wieder heimfuhren, mußte dieser eine Nacht auf dem Bahnhof Basbeck stehen bleiben, da die Ostedrehbrücke bei Hechthausen in defekt war und die Reparatur mehrere Stunden in Anspruch nahm. Schnell wurden aus dem Dorfe alle aufzutreibenden Speisen und Getränke herbeigeschafft, um die vielen Gäste bewirten zu können. Selbst einige “prominente” Skatspieler wurden geholt, die mit den Herrschaften einen guten Dauerskat ansetzten. Erst am frühen Morgen konnte die Fahrt fortgesetzt werden. Die Berliner Presse schrieb dann von dem lästigen Aufenthalt auf dem kleinen Bahnhof des “Heidedorfes Basbeck”.
Es gab über viele Jahre hinweg übrigens in Basbeck-Osten sogar eine Bahnmeisterei, die für den Bahnbau und sämtliche baulichen Einrichtungen zuständig war.
Bislang ist das Bahnhofsgebäude noch immer besetzt. Vom Stellwerk “Hem” (ehemals “Bo”, Zimmermann und Buchloh, 1918) [1] im Bahnhofsgebäude aus bediente Formsignale prägen das Bild. Allerdings: Derzeit werden die Bahnsteige modernisiert und der Bahnhof in einen unbesetzten Haltepunkt umgewandelt.

Anmerkungen
[1] Vgl. Kötting, Holger (2005): Liste Deutscher Stellwerke – H. URL: http://stellwerke.de/liste/seite311.html. (Stand: 15.09.2005)