Hechthausen

Hechthausen


Für den Bau des Hechthausener Bahnhofs waren umfangreiche Erdbewegungen nötig. In den dortigen Geestrücken wurde ein tiefen Einschnitt gegraben. Den Bodenaushub verwendete man zum Bau der Dämme für die Ostebrücke. Hechthausen erhielt 1881 ein Bahnhofsgebäude nach dem Einheitsbauplan [1]. Das Empfangsgebäude wurde mehrfach umgebaut, zuletzt um 1930. Damals erhielt der Bahnhof sein heutiges Erscheinungsbild. Die Bahnhofsgaststätte wurde in diesem Zusammenhang erweitert und mit einer Küche ausgestattet. Die Bewirtschaftung wurde 1976 aufgegeben. Der Personalbedarf für den Bahnbetrieb veränderte sich im Laufe der Zeit stark: Waren 1900 in Hechthausen ein Stationsvorsteher, acht Beamte und 12 Hilfsbeamte beschäftigt, waren es Anfang der 1980er Jahre noch fünf Bahnbeamte [2]. Heute dürfte die Zahl abermals gesunken sein.
Hechthausen besaß eine lange Ladestraße mit Güterschuppen und Anschlussgleis für die landwirtschaftliche Genossenschaft. Ende der 1980er Jahre wurden die Gleisanlagen im Bereich des Bahnhofs reduziert. Im Bahnhofsbereich beginnt seitdem der eingleisige Abschnitt zur Ostebrücke, es gibt nur noch einen Bahnsteig. Die Verbindungsweiche ist mit einer Weichenheizung versehen und der Bahnhof ist mit Lichtsignalen ausgestattet. Das Bahnhofsgebäude ist wegen dieser betrieblichen Besonderheit bis heute besetzt und verfügt über ein Stellwerk vom Typ Dr S2 aus dem Jahr 1961 [3]. Seit Mitte der 1990er Jahre ist die Bedienung des letzten verbliebenen Gütergleises aufgegeben worden, die Weiche wurde entfernt. Der Posten 228, von dem bis Oktober 2001 noch die Schranke am Bahnübergang bedient wurde, ist jetzt geschlossen und das Gebäude mittlerweile abgerissen worden. Dem Abrissbagger fielen im Frühsommer 2005 ebenfalls die Gebäude der an der Ladestraße ansässigen landwirtschaftlichen Genossenschaft zum Opfer.

Anmerkungen
[1] Vgl. Volkmann, Horst (1983): Die Eisenbahn in Hechthausen. In: Alstedt, Franz-Joseph (Hrsg.): Chronik von Hechthausen. Hechthausen: Eigenverlag Franz-Joseph Alstedt, S. 216.
[2] Vgl. ebd, S. 218.
[3] Vgl. Kötting, Holger (2005): Liste Deutscher Stellwerke – H. URL: http://stellwerke.de/liste/seite311.html. (Stand: 15.09.2005)