In aller Stille…
Die Geestebahn und der Geestemünder Bahnhof wurde am 23. Januar 1862 dem Verkehr übergeben. Auf eine große Feier verzichtete man, wie die Provinzial-Zeitung vom 25. Januar 1862 berichtete:
„Die Eröffnung der Geestebahn ist ohne Sang und Klang, geräuschlos und in Stille erfolgt, indem zur fahrplanmäßigen Zeit gegen 11 Uhr Mittags der erste Zug vor dem hiesigen Bahnhofe anlangte. Manche Neugierige sahen sich getäuscht in ihren Erwartungen; der ganze Zug bot weiter nichts Festliches, als zwei Fähnlein, welche vorn an der Lokomotive angesteckt waren.“
Die Zweigbahn nach Bremerhaven wurde ein Jahr später eröffnet. Das aufwändigste Bauwerk in ihrem Verlauf war die Erstellung einer Brücke über die Geeste zur Geestehelle. Die Drehbrücke erbaute 1860 man zunächst auf dem Trockenen und verlegte schließlich die Geeste, so dass der Fluss fortan unter der Brücke hindurchführte. Der nun verkürzte Geestearm erhielt nun die Bezeichnung „Neue Geeste“. Der Altarm war Grundlage zur Erweiterung des Holzhafens. Nach der in unmittelbarer Nähe gelegenen Gießerei und Maschinenbaufabrik Achgelis bürgerte sich die Bezeichnung „Achgelisbrücke“ für das Bauwerk ein.
Nach 1914, als die Bahnstrecken innerhalb Bremerhavens neu geordnet wurden, blieb die alte Zweigbahn bis zur Geestehelle erhalten. Sie diente fortan als Materialgleis für die Rickmers-Werft. Da die fast 100 Jahre alte Eisenbahndrehbrücke über die Geeste sich wegen ihrer geringen Durchfahrtsbreite immer mehr zum Nadelöhr für die immer größer werdenden Schiffsneubauten entwickelt hatte, sie aber wegen ihrer Bedeutung für die Rickmers Werft weiter benötigt wurde, entschloss man sich, sie zwischen 1959 und 1960 neu zu bauen. Die alten Endpfeiler der alten „Achgelisbrücke“ wurden wieder verwendet, allerdings musste in der Geeste in neuer Betonsockel für den Drehzapfen erstellt werden. Statt 12,50 Meter betrug die Durchfahrtsbreite nun 17,75 Meter. Beteiligt an der Baumaßnahme waren die Baufirmen Gustav W. Rogge und die Gutehoffnungshütte Sterkrade, die den neuen Überbau in ihrem Dockbetrieb in Blexen anfertigen ließ.

