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Basbecker Baustoffindustrie


Ziegelei Basbeck, um 1930.
 

Geschichte

Das Ziegeleigewerbe hat in Basbeck eine lange Tradition. 1881 gab es dort fünf Ziegeleien - allerdings handelte es sich dabei um Nebenerwerbsbetriebe mit nur wenigen Mitarbeitern. Die industrielle Ziegelproduktion wurde erst später aufgenommen. Sie ersetzte Schritt für Schritt die Kleinbetriebe.

Anzeige von 1926, als die Basbecker Ziegelei noch zu den Nindorf-Lamstedter Geesttonwerken gehörte.

1913 wurde eine "Tonlager Ziegelkamp Verwertungsgesellschaft" ins Leben gerufen, die im Bereich des "Ziegelkamps" rund 13 Hektar Land erwarb. Bei Bohrungen stieß man auf eine größere Tonlagerstätte. Dieser Fund rief die Gesellschafter der Nindorf-Lamstedter Geesttonwerke auf den Plan. Sie hatten Interesse, in Basbeck eine Ziegelei aufzubauen und diese Vorkommen auszubeuten. Gegen eine Lieferung von 200 000 Dachziegeln wechselte die Fläche am 25. Februar 1922 den Eigentümer. Wenig später, am 6. Juli 1922, gründeten die neuen Eigner die "Basbecker Thonwerke Aktiengesellschaft". Sie ersteigerten eine durch Sturmschaden stark beschädigte eine Ziegelei in Grauensiek bei Drochtersen, ließen die Bauten zwischen dem 13. Juni und dem 24. Juli 1922 abbrechen und transportierten sie mit Pferdewagen und per Schiff nach Basbeck. Bereits im Sommer des folgenden Jahres wurde mit der Produktion von Mauersteinen begonnen. Den Ton gewann man zu Beginn aus einer Grube auf dem Ziegeleigelände, später erschloss die Firma dann ein Tonvorkommen am Hollbecker Berg. Zum Abtransport der Waren wurde ein Anschlussgleis vom nahen Bahnhof Basbeck-Osten gelegt, das am 1. Juli 1924 in Betrieb ging. Daneben gab es Transporte mit Pferdefuhrwerken sowie per Schiff von der Oste aus.

1929 wechselte die Ziegelei den Eigentümer: Ein Firmenkonsortium, das in Konkurrenz zur Portland Zementfabrik Hemmoor ein weiteres Zementwerk bauen wollte, erwarb die Aktienmehrheit von den Nindorf-Lamstedter Geesttonwerken. Die Ziegelei wurde daraufhin in "Basbecker Portland Zement- und Tonwerke Aktiengesellschaft" umbenannt. Die Pläne des Konsortiums zerschlugen sich jedoch recht schnell. Die Firma wurde erneut verkauft: Ein Berliner Tiefbauunternehmer Namens Mast stieg 1932 in das Unternehmen ein, das er 1938 in "Beton- und Tiefbau Mast mit Basbecker Baustoffindustrie AG" umtaufte. Die Firma erweiterte in dieser Zeit ihr Geschäft um ein Düngekalkwerk. Ein Aufschwung in der Baukonjunktur nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 führte zur Ausweitung der Produktionskapazitäten. 1939/40 errichtete man über dem Ringofen eine Großraumtrocknerei, die die Wärme des Ofens zur Trocknung von Dachpfannenrohlingen nutzte. Der Zweite Weltkrieg unterbrach die Produktion ab 1941.

Erst nach dem Krieg wurde die Produktion wieder aufgenommen - seit 1948 unter dem Namen "Basbecker Baustoffindustrie, Zweigniederlassung der Beton- und Tiefbau Mast AG". Die Produktionspalette umfasste 1952 Dachpfannen, Hohlblocksteine, Mauersteine, Langlochsteine, Deckensteine, Ziegelmehl für Tennisplätze sowie Blumentöpfe und Pflanzschalen. 50 bis 60 Arbeiter waren damals im Werk beschäftigt. In den 1960er Jahren ging der Bauboom, der den Ziegeleien nach dem Krieg rege Nachfrage beschert hatte, zu Ende. Der Berieb rentierte sich nicht mehr und wurde schrittweise stillgelegt. Ein Teil des Betriebsgeländes wurde 1968 an die "Norddeutschen Mischwerke" verpachtet, die Straßenbelag produzierten. Dieser Betrieb gab allerdings 1972 bereits wieder auf. Das Betriebsgelände auf dem Hemmoorer Ziegelkamp ist heute ein Wohn- und Industriegebiet. Außer Straßennamen und der Tongrube auf dem ehemaligen Gelände erinnert kaum etwas an die Ziegelei.

Solange der Ton aus der Grube am Werk gewonnen wurde, dürfte es wohl vermutlich keine Feldbahnlok in der Basbecker Ziegelei gegeben haben. Die Wege waren einfach zu kurz. Allerdings gab es Lorenverkehr für den Abtransport des Tons aus der Grube sowie ein weitverzweigtes Schienennetz für den innerbetrieblichen Transport (500 Millimeter Spurweite). Ob für den Abtransport aus der Tongrube am Hollbecker Berg, die etwa vier Kilometer vom Werk entfernt liegt, jemals eine Feldbahnstrecke bestand, ist unklar. Zuletzt wurde der Ton mit Lastwagen zum Firmengelände gefahren. An der Grube dürfte in den letzten Jahren eine Henschel-Lok im Einsatz gewesen sein, die 1973 noch an der Grube angetroffen wurde. Dort lagen damals auch noch Gleise (600 Millimeter Spurweite), allerdings war der Betrieb bereits eingestellt.


Fahrzeugpark Lokomotiven (600-mm-Spur)

Hersteller: Henschel
Baujahr: ?
Bauart: B-dm
Fabriknummer: ?
Typ: DG 30 ?
Keine weiteren Angaben bekannt.

Literatur

• Klenck, Willi: Heimatkunde des ehemaligen Kreises Neuhaus an der Oste, Nachdruck der Ausgabe von 1957, Kranichhaus-Gesellschaft, Otterndorf, 1986
• Linderkamp, Heike: Auf Ziegelei an der Niederelbe, Stader Geschichts- und Heimatverein, Stade, 1992
• Recht, Carsten: Feldbahnen zwischen Meer und Moor. Verlag C. Recht, Buchholz, 1997
• Stadt Hemmoor (Hrsg.): Chronik 750 Jahre Basbeck, Grosser Bär Druck und Verlag, Hemmoor, 2000
• Völz, Ulrich: Feldbahnen in Niedersachsen I. Arge Bahn-Express, Kiel, 1991