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Tonwerk Ploog, Basbeck


Basbecker Tongrube, um 1903.
 

Geschichte

Genau auf der Grenze zwischen den Hemmoorer Statteilen Basbeck und Warstade - beides ehemals selbstständige Gemeinden - liegt heute ein Heidestrandbad genannter Badesee. Dieser See ist Überbleibsel des Tonabbaus, der hier vor vielen Jahren betrieben wurde. Um 1900 waren nach eingehenden Untersuchungen an dieser Stelle Tonvorkommen festgestellt geworden. Eine Firma namens Ploog aus Brunsbüttelkoog wollte diese Erkenntnis gewinnbringend nutzen. Sie pachtete von einem Bauern die einst baumbestandene Fläche. Zum örtlichen Betriebsleiter wurde der Basbecker Fritz Pätow bestimmt. Er legte eine Feldbahn an, die ausgehend von der Abbaustätte die damalige Chaussee Ritzebüttel-Stade querte (heute Bundesstraße 73) und dann zur Oste führte. Am Osteufer fuhr er Boden an und errichtete eine Anlegestelle für Frachtschiffe. Den in der Grube gewonnenen Ton verarbeitete man nicht vor Ort, sondern verschiffte ihn nach Brunsbüttel. Die Loren wurden - wie auch das historische Foto belegt - von Pferden gezogen. 1910 war die Strecke 1200 Meter lang, 40 Wagen zum Tontransport gab es. Im Tonabbau waren zeitweise bis zu 15 Arbeiter beschäftigt. Die Grube wurde bis auf eine Tiefe von rund 20 Metern ausgebeutet, der Aushub daneben aufgetürmt. Dieser Berg erhielt im Volksmund den Namen Pätowshöhe. Die tiefe Grube lief immer wieder mit Grundwasser voll, eine Pumpenanlage sorgte für den Wasserabfluss. Mitte der 1920er Jahre lohnte sich der Tontransport zum anderen Elbufer nicht mehr. Die Firma beendete den Abbau, ließ allerdings die Gerätschaften vor Ort. Nach Ende des Abbaus sammelte sich in der Grube Wasser, gespeist aus Quellen, die auf deren Grund sprudelten: Der See entstand. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg nutzen ihn viele Hemmoorer als Badesee, andere setzten Fische aus und angelten. Nach dem Krieg wurde die Grube dann offiziell von den Gemeinden Basbeck und Warstade zur Badeanstalt erklärt und entsprechend ausgebaut.

Literatur

• Niederdeutsche Zeitung, 22.1.1953

Ehemalige Tongrube als Badeanstalt - ein Foto aus den Anfangstagen 1964.