Jahrelang war die Unterelbebahn für die DB ein Stiefkind: Mit abgewirtschaftetem Zugmaterial in einem zum Teil katastrophalen Zustand verschreckt der Konzern bis heute viele Fahrgäste. In naher Zukunft dürfte sich das grundlegend ändern: Die Landesnahverkehrsgesellschaft hat nach langer Vorüberlegung jetzt beschlossen, die Strecke Anfang kommenden Jahres europaweit auszuschreiben. Ab 2007 wird dann möglicherweise ein anderer Betreiber – oder aber die DB, dann aber zu anderen Konditionen – die Nahverkehrsleistungen zwischen der Hansestadt und Deutschlands größtem Nordseeheilbad erbringen. Damit ergeben sich parallel zur Einführung der S-Bahn bis Stade auch Verbesserungen für die restliche Strecke. Da die Bahnlinie nicht allein auf dem Gebiet des Landes Niedersachsen verläuft, stehen noch Verhandlungen mit den entsprechenden Stellen bei der Freien und Hansestadt Hamburg an. Zwischen Stade und Hamburg sind täglich bis zu 12 000 Fahrgäste unterwegs, zwischen Stade und Cuxhaven etwa 3000. Der Vertrag zwischen LNVG und dem neuen Betreiber wird für die Dauer von acht Jahren geschlossen. Triebfahrzeuge und Wagenmaterial stammen aus dem Fahrzeugpool der LNVG, entsprechendes Material muss dazu allerdings noch beschafft werden. Die LNVG geht von einem Bedarf von acht Lokomotiven und 42 klimatisierten Doppelstockwagen (!) aus. Die Beschaffung der Maschinen sei mit der Erarbeitung einer Ausschreibung bereits eingeleitet worden, in Sachen Wagen habe man bereits mit Bombardier Gespräche aufgenommen, berichtete vor kurzem die Niederelbe-Zeitung, die die angekündigte Ausschreibung übrigens überhaupt erst öffentlich bekannt machte.
LNVG schreibt Verkehr auf Niederelbebahn aus
(15.05.2005, rol)
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