Was passiert mit dem Cuxhavener Bahnhofsgebäude? Über diese Frage wird schon seit Jahren mehr oder weniger intensiv zwischen den städtischen Gremien, der Verwaltung und der Bahn diskutiert. Für viel Geld hat der Verwaltungsausschuss vor einiger Zeit das Hannoversche Architekturbüro Haack Krüger & Partner GmbH (HKP) beauftragt, einen Plan für die Neugestaltung des Areals zu entwerfen. Die Planer schlagen vor, das heutige Bahnhofsgebäude, das alte Bahnhofsgebäude von 1881 sowie das Wohngebäude zwischen beiden Bauten abzureißen. Die Gleisanlagen des Bahnhofs sollen drastisch gekürzt werden, ein Ersatzbahnhof soll 100 Meter weiter östlich entstehen. Der bisherige Busbahnhof soll mit Einzelhandelsflächen überbaut werden, ein neuer Busbahnhof soll auf der neuen Freifläche vor dem neuen Empfangsgebäude entstehen. Diesen Wünschen hat die Bahn jetzt eine Absage erteilt: Sie seien technisch nicht machbar.Das große Empfangsgebäude und das Wohnhaus müssten auf jeden Fall bestehen bleiben, die Gütergleise könnten im Höchstfall um fünf Meter, aber nicht um 30 Meter gekürzt werden. Außerdem müssten das Stellwerk sowie die Gasfüllstation auf jeden Fall über die Ladestraße angeschlossen bleiben. Als Alternativkonzept schlägt die DB vor, das nicht mehr genutzte Gebäude des ersten Cuxhavener Bahnhofs von 1881 abzureißen. Der ZOB könne dann nach Norden verlegt werden, Parkplätze könnten auf der Ladestraße entstehen. Damit wäre es möglich, Einzelhandelsflächen auf dem jetzigen Busbahnhofsgelände zu schaffen.
Kommentar: Leerstehende Einzelhandelsflächen hat Cuxhaven im Übermaß, kein einziger Quadratmeter Zuwachs ist nötig. Mit dem Bau des Real-Marktes haben die Verantwortlichen dem Einzelhandel schon jetzt einen nicht mehr wieder gut zu machenden Schaden zugefügt – es ist wirklich an der Zeit, eine Kehrtwende zu vollziehen. Deshalb stellt sich die Frage, warum man an der bestehenden Situation überhaupt etwas ändern sollte -gerade im Hinblick auf die finanzielle Situation der Stadtkasse. Wenn man die historische Bausubstanz vernichtet und mit einem gesichtslosen Neubau die Bahn noch weiter aus der Stadt drängt, gewinnt man nichts. Im Gegenteil. Statt für viel Geld solch fehlerhafte und fragwürdigen Planungen in die Welt zu setzen, sollte besser die Restaurierung des Bahnhofsbaus in Angriff genommen werden. Die einzige wirklich notwendige Maßnahme wäre die von der Bahn angesprochene Schaffung von (legalen) Parkplätzen im Bereich der Ladestraße. Und das ist vergleichsweise preiswert möglich. -rol

