Wird der Spätzug nach Bremerhaven gestrichen?

(12.11.2006, rol)

Wer abends von Bremen nach Bremerhaven mit der Bahn reisen will, muss sich ab dem 10. Dezember sputen: Zum kommenden Fahrplanwechsel soll der letzte Zug in die Seestadt statt um 0.45 Uhr bereits um 23.45 Uhr in Bremen abfahren. Das geht aus einer Pressemitteilung des Verkehrsclubs Deutschland hervor. Landesvorsitzender Jens Volkmann spricht von einem Skandal: „Schon seit Jahren werden vom VCD und anderen Fahrgastverbänden die langen Umsteigezeiten in den Abendstunden in Bremen kritisiert. Doch anstatt hier zu optimieren und damit für neue Kunden zu sorgen, soll Bremerhaven jetzt wohl endgültig aufs Abstellgleis geschoben werden.“Hintergrund für diese Entscheidung sind nach VCD-Angaben die Kürzungen der Regionalisierungsmittel des Bundes, mit denen die Länder in die Lage versetzt werden, Nahverkehre auf der Schiene zu bestellen. Bremen ist dabei mit rund drei Millionen Euro betroffen. Die Streichung des Spätzuges nach Bremerhaven sowie von drei weiteren Verbindungen ab Bremen soll zu Einsparungen von rund 400 000 Euro führen.
Sollte der letzte Zug gestrichen werden, müssten Bahnreisende dann in vielen Fällen bis zu zwei Stunden früher die Heimreise antreten – nicht nur der Besuch von Abendveranstaltungen in der Hansestadt dürfte schwierig werden. Auch zahlreiche Anschlüsse an Fernzüge aus dem Bundesgebiet sind davon betroffen (wer erinnert sich daran, dass man vor gar nicht so langer Zeit sogar noch mit Fernverkehrszügen nach Bremerhaven reisen konnte?) Volkmann sieht das geplante Vorgehen deshalb als „großen Fehler“ und fordert die verantwortliche Koalition aus SPD und CDU auf, die geplanten Streichungen unverzüglich zurückzunehmen und die genannten Züge vielmehr endlich mit dem Fern- und Nahverkehr fahrplantechnisch abzustimmen.

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