Ehemaliges Ausbesserungswerk wird zum Baumarkt

(19.08.2007, rol)

Das denkmalgeschützte ehemalige Eisenbahn-Ausbesserungswerk in Hamburg-Harburg ist jetzt nach knapp zweijährigen Bauarbeiten fertig saniert worden. In Zukunft wird hier ein Baumarkt der Kette „Bauhaus“ seine Waren feilbieten. Die Hallen des ehemaligen Bundesbahn-Ausbesserungswerks standen seit 1993 leer. Ein Abbruch konnte durch das Hamburger Denkmalschutzamt verhindert werden, das die Anlage unter Schutz stellte. 2004 wurden die Gebäude von den Investoren Büll & Dr. Liedtke erworben und ein Umnutzungskonzept entwickelt. Insgesamt betrug die Investitionssumme zur Sanierung des Ausbesserungswerkes rund 25 Millionen Euro. Das Eisenbahn-Ausbesserungswerk gilt als ein bedeutendes Dokument nicht nur der Harburger Stadtgeschichte, sondern auch der Geschichte des Verkehrs, der Technik und der Industriearchitektur. Das Eisenbahnwesen trug wesentlich zur Industrialisierung Harburgs bei, der Transportverkehr wurde zum größten Arbeitgeber der Stadt.

Das Ausbesserungswerk entstand 1885 als Hauptwerkstätte verschiedener Bahngesellschaften mit Kesselhaus, Schmiede, Dreherei, Lokomotiven-Halle, Wasserstation und Büro-Gebäude, die später um Anbauten und Neubauten stetig erweitert wurden. 1921/22 strukturierte die Deutsche Reichsbahn ihr Werkstattwesen neu. Die Harburger Anlage spezialisierte sich auf die Ausbesserung von Güterwaggons. Massive Kriegsschäden, Wiederaufbau, Modernisierung und Umstrukturierung brachten weitere Veränderungen. Das Werk war u.a. für die Wartung der Kühlwagenflotte der DB zuständig. 1990 ging die Epoche des „Bundesbahn-Ausbesserungswerks“ zu Ende, seitdem war die Anlage dem verfall preisgegeben.

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