Keine Straßenbahn im Glashaus

(26.11.2006, rol)

Der historische Bremerhavener Straßenbahnwagen Nr. 7 wird auch in Zukunft im Depot von bleiben. Das umstrittene Vorhaben, den Wagen in einem Glaskasten in der Bremerhavener Fußgängerzone „Bürger“ vor dem Kaufhaus C&A aufzustellen (ewb berichtete), ist jetzt vom Tisch. Gescheitert ist das Projekt an den hohen Kosten. Für die von der Stadt berechnete Bausumme von 180 000 Euro war kein Unternehmen breit, die aufwändige Glaskonstruktion zu fertigen. Bürgermeister Michael Teiser (CDU), der die Tram hinter Glas selbst in die endlose Diskussion um die Gestaltung der Fußgängerzone geworfen hatte, blies deshalb zum Rückzug. Bei den Bremerhavenern war die Idee ohnehin nicht gut angekommen: In einer Telefonumfrage der Nordsee-Zeitung hatten sich 85 Prozent der 1900 Teilnehmer dagegen ausgesprochen. Das Historische Museum hat unterdessen Interesse an dem Fahrzeug angemeldet, wie die NZ berichtete. Doch auch hier fehlt das Geld für eine geschützte Unterbringung. Deshalb bleibt der Waggon aus dem Jahr 1908 wohl vorerst weiter im VGB-Depot – wo er von Bremerhaven Touristik seit einiger Zeit als „Location“ für Veranstaltungen vermietet wird. Übrigens: Das einzige betriebsfähige Fahrzeug der ehemaligen Bremerhavener Straßenbahn ist wohl der Schleifwagen 254 (Schörling 1947), der im September dieses Jahres nach der Restaurierung im Straßenbahnmuseum Wehmingen bei Hannover seine ersten Gehversuche machte.

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