Der Fahrplanwechsel bei der Deutschen Bahn AG hat für den Eisenbahnverkehr im Elbe-Weser-Dreieck verschiedene Auswirkungen. Der neue Fahrplan, der bis zum 14. Dezember 2002 gelten wird, trat am 10. Juni in Kraft.
Auf der Strecke zwischen Cuxhaven und Hamburg bewegen sich die Änderungen lediglich im Minutenbereich, der bisherige Stundentakt wird beibehalten. In diesem Zusammenhang ändern sich auch die Abfahrtszeiten einiger Buslinien der Kraftverkehrsgesellschaft KVG.
Über die Sanierung des maroden Streckenabschnitts zwischen Stade und Himmelpforten ist nach Auskunft von Hans-Jürgen Frohns, Pressesprecher der Deutschen Bahn AG für Bremen und Niedersachsen, noch nicht entschieden. Es sei aber durchaus möglich, daß mit einer Sanierung noch innerhalb dieser Fahrplanperiode begonnen wird, so Frohns.
Weitaus bedeutsamer sind die Veränderungen im Bahnverkehr zwischen Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven. Zum Fahrplanwechsel hat die Bahn auf dieser Strecke die verbliebenen Fernverkehrsverbindungen eingestellt. Damit entfallen die bisherigen Intercity Express-Züge (ICE) von und nach Bremerhaven sowie sämtliche Interregio-Züge, die teilweise auch bis nach Cuxhaven fuhren.
Anstelle der gestrichenen Fernverkehrszüge zwischen Bremerhaven und Bremen verkehren zwei zusätzliche Zugpaare als Regional-Express. Von den 19 Zugverbindungen zwischen den beiden Städten werden 15 mit modernen Doppelstockwagen gefahren. Sie sollen nach Angaben der Bahn moderner und komfortabler als das bisherige Wagenmaterial sein.
Auch zwischen Bremerhaven und Cuxhaven ergeben sich Veränderungen. So fährt die erste Regionalbahn ab Bremerhaven-Hauptbahnhof jetzt um 5.01 Uhr statt wie bisher um 4.42 Uhr. Für den weggefallenen Interregio nach Cuxhaven verkehrt um 13.40 Uhr ab Bremerhaven-Hauptbahnhof ein zusätzlicher Regionalzug. Der Interregio um 9.15 Uhr nach Bremerhaven wird nicht durch einen Regionalzug ersetzt.
Als offizieller Ersatz für die gestrichene Interregio-Verbindung setzt die Bahn zwischen Bremen und Cuxhaven zukünftig einen Reisebus ein. Er verkehrt im Gegensatz zum bisherigen Interregio nur in der Sommersaison und ausschließlich an den Wochenenden (freitags bis sonntags). Die Fahrzeiten sind ab Bremen-Hauptbahnhof/ZOB 13.30 Uhr und ab Cuxhaven/ZOB 10 Uhr.
Im Vorfeld des Fahrplanwechsels hatten sich Politiker aller Parteien für den Erhalt der Femverkehrsverbindungen in der Tourismusregion Cuxland stark gemacht. Die CDU-Landtagsabgeordneten David McAllister, Astrid Vockert und Hans-Christian Biallas beklagten anläßlich des Fahrplanwechsels, daß Cuxhaven als das größte deutsche Seebad mit weit über drei Millionen Gästeübernachtungen jährlich nun “vom Femverkehrsnetz abgehängt wird”. Sie bezeichneten dies für eine weitere touristische Entwicklung der Region als “verheerend” und forderten den Bund und die Deutsche Bahn AG auf, eine “angemessene Anbindung des ländlichen Raumes” sicherzustellen. Auch der “Verkehrsclub Deutschland” (VCD) wies in einer Erklärung daraufhin, daß die nun verkehrenden Regionalzüge “kein echter Ersatz” für die gestrichenen ICE- und Interregio-Züge seien.
Der letzte Interregio 2430 “Wattenmeer” setzte sich unterdessen am 9. Juni pünktlich um 9.15 Uhr von Cuxhaven aus in Richtung Luxemburg in Bewegung. Verabschiedet wurde der Zug von Mitgliedern des VCD und der Bündnisgrünen. Sie überreichten allen Fahrgästen symbolisch einen “sauren Apfel” und wiesen mit Handzetteln auf die besondere Fahrt hin.
Der überwiegende Teil der vielen Fahrgäste des letzten Zuges waren Urlauber. Sie werden in Zukunft wohl weitere Weg in Kauf nehmen müssen. Ohne Umsteigen von Luxemburg nach Cuxhaven – das wird es auf absehbare Zeit nicht mehr geben.
Fahrplanwechsel im Elbe-Weser-Dreieck
(13.06.2001, rol)
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