Seit Monaten wartet Bremerhavens Baustadtrat Volker Holm auf positive Signale der Bahn, um die Sanierung des Leher Bahnhofs in einleiten zu können. Alles hängt von dem vergleichsweise geringen Anteil der Bahn AG von rund 800 000 Mark an den geplanten Gesamtinvestitionen von 7,1 Millionen Mark ab. Ob die Bahn diese Mittel im Haushalt 2001 vorgesehen hat, ist nicht bekannt.
Der augenblickliche Zustand des Bahnhofs Lehe ist schlecht. Vandalismus hat seine Spuren hinterlassen – egal ob es Grafittis oder zertrümmerte Scheiben sind. Auf dem Bahnsteig wuchern Pflanzen und um die Bausubstanz ist es wohl auch nicht zum Besten bestellt.
Schon seit längerer Zeit ist eine Sanierung in der Diskussion. Dabei sollen einschließlich der Modernisierung des Umfeldes rund 7,1 Millionen Mark investiert werden. Die Bahn braucht sich nach dem Gesetz für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNVG) lediglich am ersten Bauabschnitt (vier Millionen Mark) mit 20 Prozent zu beteiligen. Dabei geht es im Wesentlichen um die Erhöhung von 170 Metern Bahnsteig, damit die Reisenden bequemer aus- und einsteigen können. Das Gros der Investitionen soll aus ÖPNVG-Mitteln des Landes Bremen bestritten werden. Entsprechende Zusagen liegen vor. Mit rund 150 000 Mark muß sich schließlich die Stadt Bremerhaven beteiligen.
Um weiterem Stillstand bei der Modernisierung zu entgehen, haben sich Stadt und Land bereits auf eine Zwischenfinanzierung des Bahn-Anteils verständigt. Es fehlt allerdings ein Beweis des guten Willens, daß die Mittel des “Unternehmens Zukunft” tatsächlich kommen.
In einem Schreiben an den Vorstand des zuständigen Geschäftsbereichs der Bahn mahnen die SPD-Bürgerschaftsabgeordneten Wilfried Töpfer und Edith Wilts die Freigabe der 800 000 Mark an, “damit die unzumutbaren Zustände am Bahnhof Lehe endlich beseitigt werden können”.
Für den Fall, daß die Bahn eine Zusage erneut aufschiebt, sollen wenigstens alle Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung am Bahnhof Lehe umgesetzt werden, die ohne ihre Beteiligung möglich sind. Dazu gehören ein zeitgemäßer Zugang zu den Gleisen auf der und der Park-and-ride-Parkplatz auf der Nordseite.
Eine “unendliche” Geschichte – Bahn AG verzögert Bahnhofsrenovierung in Lehe
(7.12.2000, rol)
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