In den vergangenen zwei Monaten hat die Bahn den Bahnsteig des ehemaligen Bahnhofs Bremerhaven-Speckenbüttel abgerissen. Verärgert über den Abriss zeigte sich der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Wilfried Töpfer. Die Aktion macht seine Nahverkehrspläne zunichte. Erst im Frühjahr hatte er innerparteilich für eine Wiederbelebung des Bahnhofs geworben. Er passe in das zur Diskussion stehende Regionalbahnkonzept, hieß es. Doch damit ist es nun offensichtlich vorbei, denn die Bahn hat erst einmal Fakten geschaffen. Der Bahnsteig wurde dem Erdboden gleichgemacht, der Fußgängertunnel zugeschüttet.
Was der Bürgerschaftsabgeordnete Töpfer offenbar nicht wusste: Zur Diskussion stand der Abriss bereits Mitte der 90er Jahre. Die Museumsbahn Bremerhaven-Bederkesa, damals als einziger Nutzer im Gespräch, wollte den seit 1983 stillgelegten Bahnhof nicht haben. Der Magistrat signalisierte der Bahn deshalb grünes Licht für ihre Pläne, bislang hatte sie davon allerdings keinen Gebrauch gemacht.
Erst jetzt benötigte sie den Platz, um eine neue Anfahrgruppe zum Rangierbahnhof Speckenbüttel einzurichten. Mit Blick auf den wachsenden Containerverkehr sollen durch zusätzliche Weichen Rangierkapazitäten geschaffen werden. Das ehemalige Bahnhofsgebäude ist nach Angaben der Bahn bereits Mitte vergangenen Jahres verkauft worden.
Bahnhof Bremerhaven-Speckenbüttel abgerissen
(4.01.2002, rol)
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