Neue Nachrichten von der geplanten S-Bahn-Verlängerung über die Hamburger Landesgrenzen hinaus: Jetzt soll die Strecke schon von Beginn an bis Stade geführt werden. Diese überraschende Nachricht gaben jetzt Niedersachsens Verkehrsministerin Susanne Knorre und der Hamburger Verkehrssenator Mario Mettbach bekannt.Sie einigten sich am Dienstag in Hannover, an der Verlängerung der mit Gleichstrom betriebenen S-Bahn nach Niedersachsen auf jeden Fall festzuhalten. Niedersachsen wird dabei einen Großteil der Kosten übernehmen und aus dem Nahverkehrsprogramm für 2001-2005 ("Niedersachsen ist am Zug") finanzieren.
Die Verlängerung der S-Bahn von Neugraben nach Buxtehude war schon länger vorgesehen, Stade sollte jedoch erst in einem späteren, zweiten Bauabschnitt an die S-Bahn angeschlossen werden.
Ministerin Knorre meinte dazu in einer Erklärung: "Diese für den Unterelberaum wichtige Maßnahme wird bis Stade geführt; wir machen gleich Nägel mit Köpfen. Eine vorübergehende Insellösung zwischen einem S-Bahn-Endpunkt Buxtehude und Stade ist weniger sinnvoll und wirtschaftlich als eine sofortige Verlängerung bis nach Stade".
Beide Minister haben vereinbart, die nun folgenden Schritte mit Nachdruck zu betreiben. In letzter Zeit war immer wieder Stillstand in die Angelegenheit gekommen, nicht zuletzt auch durch den Regierungswechsel in der Hansestadt. Wenn der Vertrag ausgearbeitet und geschlossen ist, wird ein Baubeginn 2004 und eine Fertigstellung 2006 anvisiert. Für die Verlängerung der S-Bahn müssen Fahrzeuge beschafft, ältere Züge mit Wechselstrom-Aggregaten ausgerüstet werden und eine Überleitstelle zwischen dem S-Bahn und dem konventionellen Eisenbahnnetz in Neugraben geschaffen werden. Über die Grundzüge der Finanzierung besteht Einvernehmen:
Die Kosten der Infrastruktur in Höhe von 32,5 Millionen Euro werden nach dem Territorialprinzip getragen, auf Hamburg entfallen danach 9,8 Millionen Euro, auf Niedersachsen 22,7 Millionen Euro.
Bei den Fahrzeugen ergeben sich Gesamtkosten von 85 Millionen Euro. Hamburg soll davon 10,8, Niedersachsen 74,2 Millionen Euro tragen.
Auch in Bezug auf die Finanzierung der Betriebskosten, deren Höhe noch in Zusammenarbeit mit der S-Bahn zu klären ist, wird es eine gemeinsame Lösung geben.

