Sie wollten ihre Bahnhöfe wieder haben: Die Gemeinderäte von Midlum und Mulsum hatten vor einigen Monaten Resolutionen verabschiedet, in denen sie die Wiedereröffnung der seit vielen Jahren geschlossenen Haltepunkte fordern. Doch daraus wird nichts: Von der Landesnahverkehrsgesellschaft LNVG flatterte den Bürgermeistern vor kurzem eine Absage ins Haus.Eine Reaktivierung der beiden Haltepunkte würde Fahrgastverlagerungen von den Haltestellen Dorum und Wremen nach sich ziehen und diesen beiden nachfrageschwachen Stationen in Frage stellen. In dem Gutachten, in der die LNVG reaktivierungswürdige Bahnhöfe im Lande untersuchte, kamen die beiden Wurster Stationen gar nicht mehr vor. Das Einwohnerpotenzial um die Haltestellen sei zu gering, heißt es.
Und: Bei dem auf Stundentakt verdichtete Zugangebot sei die Fahrzeit wegen der notwendigen Zugkreuzung in Dorum so eng bemessen, dass weitere zwei Zughalte von jeweils zwei Minuten das Fahrplangerüst sprengen würden. Statt auf die Bahn sollten die Gemeinden lieber auf den Bus setzen. Es sei der falsche Weg, Angebotsdefizite im Busverkehr durch neue Haltestellen der Bahn ausgleichen zu wollen.
Standpunkt: Wer mehr Fahrgäste will, muss die Bahn attraktiver und kundenfreundlicher machen. Kunden muss man da abholen, wo sie stehen – eine Binsenweisheit. Die Haltepunkte wären bei entsprechender Ausschreibung sehr preiswert gewesen. Die zusätzliche Fahrzeit hätte das Fahrplangerüst bei weitem nicht gesprengt – eine falsche Behauptung. Mit Nordholz gibt es immer noch einen zweiten Kreuzungsbahnhof, die Kapazität der Strecke wird dadurch noch lange nicht ausgereizt. Die Krönung ist der Verweis auf den Bus. Ob man bei der LNVG die Zeichen der Zeit verpasst hat?

