Der Weg für die S-Bahn bis Stade ist frei: Am 22. Oktober unterzeichnen Niedersachsens Wirtschaftsminister Walter Hirche, LNVG-Chef Dr. Wolf-Rüdiger Gorka, Ulrich Homburg, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG, und Werner Wojtaschek, Sprecher der Geschäftsführung der S-Bahn Hamburg GmbH, den Verkehrsvertrag für den niedersächsischen Teil der S-Bahn-Strecke von Hamburg-Neugraben nach Stade. Außerdem wurde in diesem Zusammenhang ein Fahrzeugfinanzierungsvertrag abgeschlossen. Dieser regelt die Beschaffung der „Zweisystem-Fahrzeuge“, die auf dieser Strecke eingesetzt werden sollen. Die Länder Hamburg und Niedersachsen investieren 90 Millionen Euro in die Fahrzeugflotte.Der Verkehrsvertrag hat eine Laufzeit von zehn Jahren und gilt ab Dezember 2007. Er regelt das Fahrplanangebot, die Leistungsqualität der S-Bahn und die Zahlungen Niedersachsens an die S-Bahn Hamburg GmbH. Der vereinbarte Umfang des Verkehrsangebotes beträgt rund 700 000 Zugkilometer pro Jahr.
Der Fahrzeugfinanzierungsvertrag der Länder Hamburg, Niedersachsen und der S-Bahn Hamburg regelt die Finanzierung der 42 zweistromfähigen Fahrzeuge der Baureihe ET 474.3, die auf dieser Strecke eingesetzt werden. Hersteller der Zweistrom-Fahrzeuge ist das Firmenkonsortium Alstom/Bombardier Transportation. Der Konsortialführer Alstom mit Sitz in Salzgitter ist für die Mechanik und Bombardier mit Sitz in Hennigsdorf für die elektrische Ausrüstung der Fahrzeuge verantwortlich.
Die Vereinbarung über die Finanzierung der Infrastruktur wird derzeit verhandelt. Die Planung sieht vor, dass die Infrastruktur der 32 Kilometer langen Strecke Neugraben – Stade an das S-Bahnsystem angepasst wird. In Neugraben wird eine Systemwechselstelle zur Verknüpfung der heutigen S-Bahn-Infrastruktur mit der Strecke nach Stade gebaut. Hier stellen die S-Bahn-Fahrzeuge selbständig von Gleichstrom auf Wechselstrom um. Bis Neugraben fahren sie mit 1200 Volt Gleichstrom aus der Stromschiene, ab Neugraben bis Stade mit 16,7 Hz Wechselstrom aus der Oberleitung. Darüber hinaus wird zwischen Buxtehude und Stade zusätzliche Signaltechnik installiert, um die kurzen Taktfolgen des S-Bahn-Verkehrs zu ermöglichen.
Zwischen Neugraben und Stade werden sieben bereits bestehende Bahnstationen voraussichtlich ab 2004 umgebaut. Die Stationen sind: Neu Wulmstorf, Buxtehude, Neukloster, Horneburg, Dollern, Agathenburg und Stade. Zu den Umbaumaßnahmen zählen unter anderem Bahnsteigerhöhungen auf 76 Zentimeter. Die Bahnsteige der beiden Bahnsteiggleise in Stade und Buxtehude, die nur mit den Zügen der Hamburger S-Bahn befahren werden, sollen auf 96 Zentimeter erhöht werden. Darüber hinaus werden teilweise neue Zugzielanzeiger sowie Beschilderungen, Sitzgelegenheiten und Unterstände auf den Stationen gebaut. Einen neuen Bahnhof wird es auch geben: Der Fischbek erhält eine vollständig neue S-Bahn-Station.
„Die Verhandlungen für dieses Projekt haben insgesamt vier Jahre gedauert. Die jetzt aufzunehmenden Planungen für einen hochwertigen RegionalExpress Cuxhaven-Hamburg – einer weiteren Verbesserung des SPNV in der Metropolregion – sollten schneller zu einem Ergebnis geführt werden.“, so LNVG-Chef Wolf Gorka.
Vertrag besiegelt: Ab 2007 S-Bahn bis Stade / Neuer Bahnhof Fischbek
(26.10.2003, rol)
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