Neue EVB-Werkstatt eingeweiht

(26.10.2003, rol)

Da kam sogar der Minister: Walter Hirche, seines Zeichens Wirtschaftsminister des Landes Niedersachsens, eröffnete am 22. Oktober gemeinsam mit EVB-Geschäftsführer Ulrich Koch und lokaler Politprominenz die neue Werkstatt der EVB in Bremervörde. In Kunstnebel gehüllt rauschte dazu einer der neuen LINT-Züge in das nicht minder neue Gebäude.
6,5 Millionen Euro sind in den vergangenen Monaten auf dem Bremervörder Bahnhofsgelände verbaut worden. 1,4 Kilometer neue Gleise und zehn Weiche wurden neu verlegt. Die neue dreiständige Halle samt zusätzlicher Waschanlage löst die alte Werkstatt aus BOE-Zeiten ab. Für das Werkstattpersonal dürfte damit eine neue Zeitrechnung anbrechen. Besonders im direkten Vergleich bietet die neue Halle bislang nie gekannte Möglichkeiten. Die alte Werkstatt bleibt als Fahrzeugdepot vorerst erhalten. Die Freude über die Eröffnung wurde allerdings ein wenig von den düsteren Aussichten für weite Teile des EVB-Schienennetzes getrübt (EWB berichtete). Eduard Gummich, Bürgermeister von Bremervörde, und Reinhard Brünjes (stv. Landrat Kreis Rotenburg) sprachen sich für den Erhalt vor allem der Moorexpress-Strecke aus. Adolf Müller-Hellmann, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), warnte: „Wer heute auf den Abbau der Schieneninfrastruktur setzt, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt Wer sich durch Infrastrukturabbau sanieren will, befindet sich auf der Straße der Verlierer.“ Die Arbeitsgemeinschaft Moorexpress überreichte Minister Hirche eine Dokumentation über den Moorexpress und Fakten zu dessen Erhalt. Hirche hielt sich mit konkreten Aussagen wohlweislich zurück: „Wir leben in einer Zeit, in der an allen Ecken und Kanten gespart werden muss. Da muss man genau prüfen, was man macht und was nicht. Auch wenn es schwer fällt“, sagte er.
Am Wochenende hatte auch das normale Publikum Gelegenheit, die neue Werkstatt in Augenschein zu nehmen. An gleich zwei Tagen wurde ein bemerkenswert umfangreiches Programm organisiert. Das ansonsten abgesperrte Gelände samt Halle war für Jedermann geöffnet. Ein Großteil des EVB-Fuhrparks war ausgestellt und konnte besichtigt werden.
Die Mindener Museumsbahner waren mit ihrem Zug und Dampflok 89 6237 zugegen und pendelten zwischen Bremervörde und Mulsum-Essel. Die neuen LINT-Triebwagen waren zwischen Sellstedt, Bremervörde und Neugraben im (kostenlosen) Einsatz. Nach Gnarrenburg verkehrte der VT 164, und nach Zeven konnte man mit einem VT 628 fahren.
In der Werkstatthalle präsentierten sich unter anderem die Nordseebahn und die Bremervörde-Osterholzer Eisenbahnfreunde. Außerdem gab es den üblichen Festtrubel – mit Kinderschminken, Kapelle und Imbissstand.

Übrigens: An Gerüchten, dass Bremervörde demnächst elektrifiziert werden soll, ist nichts dran – auch wenn gleich vier (!) E-Loks dort abgestellt waren: Die Metronom-Maschinen MR 146-04, MR 146-07 und MR 146-09 sowie Dispolok-Taurus ES 64U2-030.

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