EVB-Strecken: Stilllegung eingeleitet

(15.06.2004, rol)

Die Eisenbahnen- und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser haben das Stilllegungsverfahren der Strecken Rotenburg-Brockel und Harsefeld-Hollenstedt eingeleitet. Das endgültige Aus für diese Strecken dürfte damit besiegelt sein. Laut Allgemeinem Eisenbahngesetz (AEG) müssen die Strecken vor einer Stilllegung Dritten zur Übernahme angeboten werden. Interessierte können demnach noch bis zum 3. Juli ihre Angebote abgeben.

Die Strecke Harsefeld-Hollenstedt ist seit 2000 ohne Verkehr. Der bis dahin noch betriebene Güterverkehr wurde laut EVB wegen zu geringer Nachfrage eingestellt. Den auch in Zukunft nicht zu erwartenden Einnahmen stünden Investitionen in den kommenden Jahren von rund 930 000 Euro gegenüber. Der Viadukt über den Staersbach müsste für 300 000 Euro erneuert werden, die Sanierung der Gleise der 15,8 Kilometer langen Strecke kostet nach EVB-Schätzung rund 600 000 Euro. Derzeit ist die Strecke wegen Oberbaumängeln gesperrt. Die jährlichen Kosten für die Vorhaltung der Teilstrecke werden mit rund 160 000 Euro veranschlagt.

Hohe Kosten, keine Einnahmen – so gestaltet sich auch die Prognose der EVB für die Strecke Rotenburg-Brockel. Die 8,3 Kilometer lange Strecke ist seit 2002 ohne Güterverkehr und derzeit wegen Oberbaumängeln gesperrt. Jährlich kostet die Vorhaltung der Strecke rund 25 000 Euro. In den kommenden Jahren müssten insgesamt 250 000 Euro investiert werden. Davon entfielen rund 30 000 Euro für Brückensanierungen, heißt es in der EVB-Erhebung, die auf der Homepage des Unternehmens abrufbar ist.

Betrieblich gesperrt ist derzeit offenbar auch der Streckenabschnitt der WZTE von Wilstedt bis Rhadeeistedt. Hier soll es im Bahnhofsbereich von Wilstedt (Umfahrgleis) sowie Bereich von Hepstedt Oberbaumängel geben.

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